Bahnlinie Uelzen-Dannenberg aus Dornröschenschlaf geweckt

Bahnlinie Uelzen-Dannenberg AktiveWer mit dem Auto von Pudripp nach Sallahn im Landkreis Lüchow-Dannenberg fährt, wird es kaum bemerken, das Gleis, das unter der Brücke an der Bundesstraße 191 liegt. Brombeersträuche überwuchern die Schienen, die seit der Stilllegung der Bahnverbindung Uelzen-Dannenberg am 1. Juni 1996 buchstäblich im Dornröschenschlaf liegen. Dabei hatte die 1924 erbaute Strecke durchaus einmal überregionale Bedeutung: Vor dem Zweiten Weltkrieg verband sie die ehemaligen Kreise Uelzen und Dannenberg miteinander und stellte durch die Anbindung an die Bahnstrecke Wittenberge – Lüneburg eine Verbindung mit Mecklenburg her.

Vergessene Schienen

Mit der Zerstörung der Dömitzer Elbbrücke am 20. April 1945 war die Verbindung nach Mecklenburg allerdings unterbrochen und die Strecke erschloss nur noch den nordöstlichen Teil des Landkreises Uelzen und den Westen Landkreises Lüchow-Dannenberg. Mit der Einstellung des Personenverkehrs 1975 geriet die Bahnstrecke auch bei der Bevölkerung langsam in Vergessenheit. Das änderte sich kurzzeitig mit dem zweiten Castortransport am 8. Mai 1996, der gleichzeitig der letzte Zug auf der Strecke war. Ideale Voraussetzungen für die Deutsche Bahn AG, die seit Ende 2008 das Entwidmungsverfahren betrieb, um die Bahngleise im Anschluss an einen Schrotthändler zu verkaufen.

Bürger machen sich stark

Bahnlinie Uelzen-Dannenberg AktiveAls diese Planungen bekannt wurden, formierte sich Widerstand in der Bevölkerung. Rund 20 Bürgerinnen und Bürger aus den Kreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg gründeten im April 2009 den Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn e.V. mit dem Ziel, die Entwidmung und den Abbau der Strecke zu verhindern, um die Strecke für eine spätere Nutzung zu erhalten. Einen ersten Erfolg konnte der zwischenzeitlich dem Deutschen Bahnkundenverband (DBV) beigetretene Verein im Spätsommer 2009 verbuchen.

Netz Altmark-Wendland

Auf Betreiben der Vereinsmitglieder meldete die Deutsche Regionalbahn (DRE) bei der Deutschen Bahn AG und dem Eisenbahnbundesamt Bedarf an der Strecke an. Die DRE plant, mit der Strecke Uelzen-Dannenberg, die in Dannenberg-West in die bereits im Besitz der DRE befindliche Jeetzeltalbahn Dannenberg-Lüchow mündet und den DRE-Strecken im Raum Salzwedel ein Netz Altmark-Wendland zu knüpfen. Die Entwidmung und der Abbau von Bahninfrastruktur im Wendland ist damit zunächst vom Tisch.

Alte Strecke mit Zukunft

Gemeinsam mit Bürgern, Gemeinden, Verwaltung und Wirtschaft im Kreis Lüchow-Dannenberg soll nun ein Nutzungskonzept für die Ostheide-Elbe-Bahn entwickelt werden. Auch die Stadt Uelzen, die am Elbe-Seiten-Kanal ein weiteres Gewerbegebiet ausweisen will und dafür einen Bahnanschluß über die Strecke nach Dannenberg plant, hat bereits Unterstützung signalisiert. Nicht zuletzt stellt die Bahn eine Umwelt schonende, Energie sparende Alternative zum Straßenverkehr dar, wenn in Zukunft angesichts knapper werdender Ölreserven die Preise für Kraftstoffe weiter steigen werden.

Kontakt: Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn e.V., Bauckstraße 42, 29588 Oetzen
Weitere Informationen im Internet:
Dot www.ostheide-elbe-bahn.de.